KULINARIK
Berühmt für seine YakitoriSpießchen: Iseya Sohonten.
SOUL FOOD
AUF JAPANISCH
Mitten hinein in die Seele Tokios geht es beim Essen. Es gibt keinen besseren Weg, den
Einheimischen nahe zu kommen, und jedes Gericht erzählt eine eigene Geschichte.
F
angen wir mit echter Kraftnahrung an: dem
Chankonabe, einem Eintopf mit Fleisch,
Meeresfrüchten und Gemüse. Auf den
schwören heute noch die Sumo-Ringer wie
schon vor Jahrhunderten. Am besten schmeckt
er in den Garküchen im Ryogoku-Viertel, wo das
Herz der Sumo-Szene schlägt. Überhaupt lieben
die Japaner ihre herzhaften Suppen und Eintöpfe, bekannt als Nabemono. Sogar Nabe-Partys
werden gefeiert.
PowerEintopf:
Chankonabe.
Das Erbe des Shogun
Teezeremonie für
Einsteiger.
Typisch für Tokio:
Monjayaki.
10 Counter Info Tokio
Eine echte Tokioter Erfindung ist Nigiri-zushi:
mit Fisch belegte Reisbällchen. Kreiert wurde
der Snack an einem Straßenstand in den 1800er
Jahren, als die Stadt noch Edo hieß und schon
eine Million Menschen satt machen musste. Da
waren gehaltvolle Speisen wie Soba-Nudeln,
Frittiertes im Tempura-Stil oder gesäuerter Reis
mit Fisch beliebt beim hungrigen Publikum.
Eine weitere Tokio-Spezialität hat ihren Ursprung ebenfalls in der Edo-Zeit: Der Muschelreis Fukagawa-meshi startete seinen Siegeszug
als Imbiss für die Fischer.
Als begehrtes Fastfood setzten sich schon im
18. Jahrhundert auch die Soba-Nudeln durch.
Kleiner Knigge-Tipp am Rande: Schlürfen ist hier
ausdrücklich erwünscht. Denn das gilt als die
beste Methode, um das Aroma der Buchweizennudeln zu genießen.
Schlemmen am Straßenrand
Street Food ist auch heute allgegenwärtig in Tokio. Besonders viel Lokalkolorit zum Gaumenschmaus hält die Einkaufsstraße Sunamachi
Ginza bereit. Wer sich hier mit einer heißer Ramen-Nudelsuppe stärkt oder an den Hähnchenspießen der Yakitori-Stände knabbert, geht auf
Tuchfühlung mit den Einheimischen und
schont den Geldbeutel. Die meisten Gerichte
kosten umgerechnet nicht mal einen Euro.
Typisch nach Tokio schmeckt auch die Tsukishima Monja Street, wo sich mehr als 100 Restaurants auf Monjayaki spezialisiert haben. Vor 200
Jahren hat die Kultspeise als Pfannkuchen für
Kinder begonnen; heute kommen Kohl und Ingwer, aber auch Tintenfisch, Garnelen oder Käse
hinein. Der besondere Clou: Vielerorts können
sich die Gäste ihren Monjayaki selbst brutzeln.
Das Auge isst mit
Schlemmen in Japan ist eben weitaus mehr als
nur Sushi. Nicht umsonst hat die Unesco die traditionelle japanische Küche, genannt Washoku,
zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Und
die süße Nachricht zum Schluss: Auch in Tokio
wird zur Teezeremonie bonbonbuntes, teils aufwändig gestaltetes Wagashi-Gebäck gereicht,
als Gegengewicht zum bitteren grünen MatchaTee ein Fest für Gaumen und Augen zugleich
und damit typisch japanisch.
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